
Bauleiterin bei BHK: Verantwortung für Baustelle, Team und Großprojekte
Bauleiterin bei BHK: Verantwortung für Baustelle, Team und Großprojekte

Als Bauleiterin bei der BHK Tief- und Rohrbau GmbH & Co. KG am Standort Herford trägt Swantje Scheltmann bereits seit Anfang 2026 Verantwortung – von der Baustellenplanung bis zum abschließenden Aufmaß. Aktuell begleitet die 46-jährige gelernte Tiefbauzeichnerin ihr erstes Großprojekt im Kabelbau, das durch ein Waldgebiet und über eine Wildbrücke führt. Im Interview erzählt die gebürtige Berlinerin, wie ein Zufall sie in die Bauleitung brachte, was gute Zusammenarbeit auf der Baustelle ausmacht und welche Eigenschaften in ihrem Beruf entscheidend sind.
Wie sind Sie zur Bauleitung und schließlich zu BHK Bremen Herford gekommen?
Ich bin gelernte Tiefbauzeichnerin und hatte ursprünglich ein Studium begonnen, das ich jedoch nicht beendet habe. Durch einen kleinen Zufall und ein tolles Angebot konnte ich 2015 wieder als Tiefbauzeichnerin einsteigen. Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit dem damaligen Bauleiter einer Störungsabteilung und meiner schnellen Auffassungsgabe wurde ich schon bald nicht mehr ausschließlich als Zeichnerin eingesetzt. Als der Kollege das Unternehmen kurze Zeit später verließ, habe ich seine Aufgaben übernommen. Die Arbeit hat mir von Anfang an viel Freude gemacht. Bei BHK bin ich letztendlich über ein paar berufliche Zwischenstopps gelandet, darunter auch schon einmal BHK, aber noch vor der Eingliederung in die Seier Gruppe. Vor ein paar Monaten habe ich mich dann mit einem meiner jetzigen Kollegen und Paul Šrajbr zusammengesetzt. BHK konnte mir ein spannendes Aufgabenfeld und sehr nette Kollegen bieten. Ich habe dann entschieden, dass das die richtige nächste Position für mich ist. Das hat sich bis jetzt auch so bestätigt.
Was hat Sie ursprünglich an der Baubranche begeistert?
Meine Eltern sind damals von Berlin auf einen alten, verlassenen Bauernhof bei Lemgo gezogen. Dort haben mein Vater und wir vieles selbst gebaut und erneuert. Ich fand es schon immer faszinierend zu sehen, was man mit den eigenen Händen und etwas Geschick schaffen kann. Da ich später dennoch lieber im Büro arbeiten wollte, zeigte mir mein Vater das Berufsbild der Bauzeichnerin. Diesen Beruf habe ich lieben gelernt.
Wenn Sie morgens auf eine Baustelle kommen, worauf fällt Ihr Blick zuerst?
Zuerst achte ich auf die Absperrungen und darauf, ob die Baustelle ordnungsgemäß gesichert ist. Außerdem schaue ich auf die Fahrzeuge und Geräte der Kollegen, beispielsweise darauf, ob Türen oder Klappen offen stehen.
Welche Aufgaben und welche Verantwortung übernehmen Sie als Bauleiterin?
Meine Aufgaben reichen von der Vorplanung der Baustelle und der Einteilung der Kollegen über die Kontrolle der Arbeiten bis zur Abnahme und den abschließenden Aufmaßen. Gleichzeitig muss ich die Kosten während des gesamten Projekts im Blick behalten.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus und wie oft läuft er tatsächlich nach Plan?
Morgens fahre ich zunächst von meinem Wohnort Bad Salzuflen ins Büro, prüfe meine E-Mails und verschaffe mir einen Überblick über die anstehenden Termine. Anschließend geht es meistens auf die Baustelle. Währenddessen kommen oft viele Telefonate herein, in denen ich Fragen klären, Dinge organisieren oder kurzfristig umplanen muss. Wenn alles geregelt ist, fahre ich zurück ins Büro und kümmere mich um die Verwaltungsaufgaben.
Gerade zu Beginn eines Projekts kann es schon einmal etwas chaotischer werden. Sobald sich die Abläufe eingespielt haben, kehrt meistens mehr Ruhe ein.
Welche Eigenschaften braucht eine gute Bauleiterin aus Ihrer Sicht?
Teamfähigkeit ist sehr wichtig. Außerdem sollte man auch in schwierigen Situationen Ruhe bewahren und einen kühlen Kopf behalten, wenn es hektisch wird. Organisationstalent, Koordinationsfähigkeit und ein guter Überblick gehören ebenfalls dazu.
Wie gelingt es Ihnen, Termine, Qualität, Kosten und die Anforderungen des Auftraggebers miteinander zu verbinden?
Das frage ich mich manchmal auch. Entscheidend ist, gut zu koordinieren und den Überblick nicht zu verlieren. Man muss viele unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig im Blick behalten, Prioritäten setzen und bei Bedarf schnell reagieren.
Welches Projekt ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Mein aktuelles Projekt ist etwas Besonderes für mich, weil es mein erstes Großprojekt ist. Dabei werden zwei Kabelstränge durch ein Waldgebiet und über eine Wildbrücke verlegt. Die Größenordnung und die besonderen Rahmenbedingungen machen das Projekt für mich sehr spannend.

Welche Aufgabe hat das Projektteam dabei besonders beschäftigt?
Für das Einpflügen der Kabel arbeitet ein vom Auftraggeber gewünschter Nachunternehmer mit uns zusammen. Da diese Arbeitsweise auch für uns neu war, verlief der Einstieg zunächst etwas holprig. Nach einer sehr intensiven ersten Woche konnten wir die offenen Punkte jedoch gemeinsam klären und die Abläufe besser aufeinander abstimmen. Seitdem kommen die Arbeiten deutlich flüssiger voran.
Wie gehen Sie mit unerwarteten Situationen und Entscheidungen unter Zeitdruck um?
Ich versuche, ruhig zu bleiben und gemeinsam mit meinen Kollegen sowie den Auftraggebern eine passende Lösung zu finden. Voreilige Entscheidungen helfen in solchen Situationen meistens nicht weiter.
Was ist wichtig, damit die Zusammenarbeit zwischen Baustellenteam, Auftraggebern und weiteren Projektbeteiligten funktioniert?
Ein offener, vernünftiger und respektvoller Umgang mit allen Beteiligten ist mir besonders wichtig. Statt vorschnelle Entscheidungen zu treffen, sollten wir gemeinsam nach Lösungen suchen. Vertrauen und gegenseitige Unterstützung sind für mich wesentliche Bestandteile eines guten Teams.
Wie erleben Sie Ihre Position als Frau in der Baubranche?
Aller Anfang ist schwer. Nach einiger Zeit spielt es für mich aber eigentlich keine Rolle mehr, ob eine Frau oder ein Mann die Position ausübt. Entscheidend sind der Umgang miteinander und der gegenseitige Respekt.
Welcher Moment in Ihrer bisherigen Laufbahn hat Sie besonders stolz gemacht?
Besonders stolz bin ich darauf, dass es mir gelungen ist, eine Abteilung wirtschaftlich wieder erfolgreich aufzustellen.
Was möchten Sie beruflich noch erreichen und welchen Rat würden Sie jungen Frauen geben, die sich für einen technischen Beruf interessieren?
Man lernt nie aus. Ich bin überzeugt, dass sich der weitere Weg mit der Zeit entwickeln wird. Junge Frauen, die sich für einen technischen Beruf interessieren, brauchen aus meiner Sicht eigentlich keinen besonderen Rat. Mit ihrer Entscheidung haben sie bereits den richtigen Weg eingeschlagen.
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