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Leitungsbau an der Köhlbrandbrücke: Trinkwassererneuerung am Roßdamm


Baustelle Köhlbrandtbrücke

Projekt BV Roßdamm Rohreinzug Auftraggeber HWW 

Projektüberblick und technische Ausgangslage

Direkt am Roßdamm im Hamburger Hafen traf anspruchsvoller Leitungsbau auf eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt. Im Auftrag von Hamburg Wasser erneuerte die BHK eine bruchgefährdete Trinkwasserleitung aus dem Jahr 1957. Die bestehende Leitung DN 600 (DN = Nennweite der Rohrleitung in Millimetern) bestand aus Grauguss und hatte das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht. 

Ersatzweise wurde eine neue STZmPE-Leitung DN 400 eingezogen. Dabei handelt es sich um ein Stahlrohr mit Zementmörtelauskleidung und Polyethylen-Außenbeschichtung, das speziell für den Einsatz im Trinkwasserleitungsbau entwickelt wurde. Diese Bauweise bietet eine hohe mechanische Belastbarkeit sowie zuverlässigen Korrosionsschutz. 

Herausforderungen im Umfeld und auf der Baustelle

Die besondere Herausforderung lag jedoch weniger in der Technik als vielmehr im Umfeld der Baustelle. Der Roßdamm ist eine zentrale Verkehrsverbindung im Hamburger Hafen und dient als wichtiger Zubringer zur Köhlbrandbrücke sowie zu mehreren Containerterminals. Während der gesamten Bauzeit durfte es unter keinen Umständen zu Verkehrsstörungen kommen. 

Für die Umsetzung der Maßnahme wurde zunächst eine Startbaugrube mit einer Länge von 9,0 Metern hergestellt. Zusätzlich entstanden zwei Zielbaugruben mit jeweils 3,5 Metern Länge. Zur Sicherung der Baugruben kam ein Kringsverbau zum Einsatz, ein im Tiefbau etabliertes Stahl-Verbausystem zur Stabilisierung von Baugrubenwänden. 

Auf der Baustelle arbeiteten sechs Fachkräfte der BHK mit einem speziell abgestimmten Maschinen- und Gerätepark. Zum Einsatz kamen unter anderem ein CAT 315 Kettenbagger, zwei Radlader, ein Erdsauger zur schonenden Freilegung sensibler Leitungsbereiche, eine 10-t-Winde für den eigentlichen Rohreinzug sowie drei Vakuumanlagen zur Grundwasserhaltung. 

Projektablauf und Terminentwicklung

Der Baustart erfolgte am 13.10.2025 bei einer ursprünglich geplanten Bauzeit von sechs bis acht Wochen. Im Bauablauf kam es jedoch zu einer Verzögerung. Das Genehmigungsverfahren zur Einleitung des abgepumpten Grundwassers dauerte länger als vorgesehen. In der Folge musste die Baustelle vorübergehend stillgelegt werden. 

Erst nach Erhalt der entsprechenden Genehmigung sowie nach Vorliegen der Ergebnisse der Grundwasserproben konnten die Arbeiten am 05.01.2026 wieder aufgenommen werden. Gleichzeitig wurde von der Stadt Hamburg festgelegt, dass das abgepumpte Grundwasser 200 Meter entfernt von der Baustelle eingeleitet werden muss. 

Arbeiten unter Winterbedingungen und Terminsteuerung

Mit dem Neustart der Arbeiten stellte der Winter das Baustellenteam vor zusätzliche Herausforderungen. Frost und Schneefall erschwerten die Bedingungen erheblich, während gleichzeitig der Fertigstellungstermin verbindlich auf den 13.02.2026 festgelegt wurde. 

Um den Termin dennoch halten zu können, wurden sämtliche Abflussleitungen der drei Anlagen mit Dämmmaterial frostsicher verpackt, um ein Einfrieren zu verhindern. Zusätzlich erfolgten mehrfache tägliche Kontrollen der Anlagen, auch an den Wochenenden. Parallel dazu wurde das Personal erhöht und die Arbeitsabläufe nochmals optimiert. 

Erfolgreicher Projektabschluss

Der Einsatz zahlte sich aus: Insgesamt wurden 150 Meter STZmPE DN 400 eingezogen, zwei Einbindungen zwischen DN 400 und DN 600 hergestellt, die Baugruben wieder verfüllt und die Asphaltoberfläche vollständig wiederhergestellt. 

Trotz der zwischenzeitlichen Unterbrechung gelang es, den vorgegebenen Fertigstellungstermin am 13.02.2026 einzuhalten. Das Projekt wurde mit einem Auftragsvolumen von rund 350.000 Euro innerhalb einer effektiven Bauzeit von etwa sechs Wochen realisiert. 

Der erfolgreiche Abschluss dieser Maßnahme zeigt, wie wichtig Erfahrung, Organisation und Teamarbeit im Tiefbau sind. Ohne die hohe Einsatzbereitschaft und das große Engagement der Mitarbeitenden vor Ort wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen.