
Im Auftrag der wesernetz Bremen GmbH verlegt die BHK Tief- und Rohrbau GmbH & Co. KG seit April 2025 neue Fernwärmeleitungen in der Seestadt Bremerhaven. Mit dieser Maßnahme wird das Fernwärmenetz von Geestemünde bis nach Grünhöfe erweitert und die Grundlage für eine nachhaltige und CO2-reduzierte Energieversorgung geschaffen. Das Projekt stellt eine wichtige Etappe in der Energiewende der Seestadt dar.
Ausgangssituation und Projektablauf
Die Wärmeversorgung Bremerhavens basiert auf einem innovativen und umweltfreundlichen Konzept: Die Wärme stammt überwiegend aus dem Müllheizkraftwerk (MHKW) der Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft mbH (BEG). Dort wird durch Abfallverbrennung thermische Energie erzeugt, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) genutzt wird. Ein Teil der Energie wird in Strom umgewandelt, ein weiterer Teil als Fernwärme in das städtische Netz eingespeist. Durch die effiziente Nutzung der Abwärme sinkt der Gesamt-Brennstoffbedarf erheblich und CO2-Emissionen werden deutlich reduziert.
Die neue Leitungstrasse beginnt an der Claussenstraße und führt durch die Ludwigstraße. Anschließend unterquert sie im Bohrpressverfahren die Elbestraße und verläuft weiter vorbei an der Wilhelm-Raabe-Schule, die ebenfalls einen Fernwärmeanschluss erhält. Die Leitung führt weiter durch die Friedrich-Ebert-Straße und endet zunächst an der Rheinstraße mit einer Armatur.
Die verlegten Fernwärmeleitungen funktionieren nach dem bewährten Vor- und Rücklaufsystem, wie es auch bei Heizungsrohren in Gebäuden zum Einsatz kommt. Das heiße Wasser wird im Vorlauf mit einer Temperatur von bis zu 120 °C und einem Druck von etwa 7 bar durch die Leitungen transportiert. Die Rohre bestehen aus Stahlrohren mit einem Durchmesser von 300 mm, die von einer zusätzlichen Isolierschicht umgeben sind. Mit dem schützenden Kunststoffmantel erreichen sie einen Außendurchmesser von 450 mm und gewährleisten eine hocheffiziente Wärmedämmung.
Herausforderungen und Lösungen
Das Projekt zeichnet sich durch besondere fachliche Anforderungen aus. Die Rohre werden vom firmeneigenen Stahlschweißer und Vorrichter geschweißt, wobei höchste Qualitätsstandards eingehalten werden müssen. Die erforderlichen Schrumpfmuffen an den Schweißverbindungen werden von zwei nach AGFW (Arbeitsgemeinschaft für Wärme und Heizkraftwirtschaft) geschulten Monteuren fachgerecht geschrumpft, gedämmt und mit dem dazugehörigen Leck-Ortungssystem verdrahtet. Diese Spezialkompetenz gewährleistet die langfristige Funktionssicherheit der Fernwärmeleitungen.
Eine besondere Bedeutung hat dieses Projekt auch aus Unternehmenssicht: Es stellt eine Fortsetzung früherer Arbeiten dar. Die Leitung in der Claussenstraße, an die nun angeschlossen wird, wurde bereits früher von den Firmen Wähler und BHK gebaut. Der überwiegende Teil ausgehend vom Columbus Center wurde damals von der Firma Wähler realisiert. Somit handelt es sich um ein Projekt, das innerhalb der SEIER Gruppe begann und nun konsequent fortgesetzt wird – ein Beleg für die langfristige Kompetenz und Kontinuität im Fernwärmeleitungsbau.
Die Firma BHK bewältigte die anspruchsvollen technischen Anforderungen durch den Einsatz hochqualifizierter Fachkräfte mit speziellen Zertifizierungen, präzise Schweißarbeiten und Qualitätskontrollen gemäß den strengen AGFW-Standards sowie die fachgerechte Installation von Leck-Ortungssystemen für einen sicheren Langzeitbetrieb. Das Projekt unterstreicht die umfassende Expertise von BHK im Bereich nachhaltiger Energieinfrastruktur.

